GALERIE ŠIKORONJA

ROSEGG / ROŽEK

Franz Grabmayr

1927 – 2015

 

geboren am Pfaffenberg, Gemeinde Obervellach im Mölltal

1948 bis 1954: Hauptschullehrer in St. Jakob im Rosental

1954 Übersiedlung nach Wien, Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste, Meisterklasse Prof. R.C. Andersen und Abendakt bei Prof. H. Boeckl

1961 Erste Ausstellung im Schloß Porcia in Spittal an der Drau

1962 Verzicht auf die finanzielle Sicherheit des Lehrberufs

1964 Diplom und Beginn der Landschaftsmalerei im Waldviertel

1965 Die "Grünen Bilder", großflächige pastose Landschaften

1966 Mit dem Motiv "Sandgrube" ändert sich die Malweise von tonig zu farbstark und pastos. Auf dem Weg zur "wilden Malerei"

1967 bis 1969 Assistent von Prof. Gustav Hessing an der Akademie am Schillerplatz. Der dynamisch bewegt Körper wird zum Auslöser der Tanzmalerei. Landschaft und Tanz, die beiden Pole von Inspiration und Metamorphose.

1968 und 1970: Ausstellungen im Kunstverein Kärnten in Klagenfurt

1973 Vom Sturm herausgerissene Wurzelstöcke

1974 Die "Gelben Bilder": Kornmandeln, Strohmahden, Felder gegen den Himmel

1975 Die Urnatur der Felsen im Kamp

1980 Im Waldviertel entsteht für die PVANG in Wien ein 50 m langer und 1,80 m hoher Landschaftsfries im Rhythmus der Jahreszeiten

1983 Beginn der "Feuerbilder". Große Feuer mit ihrer Wildheit und Kraft in der nächtlichen Sandgrube, der Nachbar umkreist das Motiv mit seinem Traktor und der "fahrenden Werkstatt" samt Maler auf dem Anhänger.

1993 Abschied vom Waldviertel

1994 In der Kärntner Heimat. Der tosende Wildbach in der Rabischschlucht bei Mallnitz

1995 In der Mani auf der Peloppones. Olivenbäume und Felsen am Meer

1996 Volterra in der Toskana: Die Sandsteinabbrüche "Le Balze".

1997 Rückkehr ins Waldviertel, zur altvertrauten Sandgrube und zum aufgelassenen Steinbruch bei Merzenstein. Senkrechte rötliche Wände, ein weiter Südblick, die großartige Kulisse eines Freiluftateliers.

2002 In der Österreichischen Galerie im Oberen Belvedere in Wien werden anläßlich des 75. Geburtstages wesentliche Bilder des Lebenswerkes gezeigt.

 

 

Material und Technik

 

Ich arbeite vor allem mit der Spachtel, manchmal auch mit breiten Pinseln - und großen Mengen Farbe. Die gekauften Ölfarben haben viel zu viel Öl drinnen. Die sind nur geeignet für eine dünnere Pinselmalerei. Für mich muß die Farbe pastos sein, also fester. Wichtig ist, es muß viel Pigment drinnen sein - wegen der Leuchtkraft - und nicht zu viel Öl. In reiner Ölfarbe darf auch keine Beimischung, wie z.B. Gips, enthalten sein.

 

Ich kaufe die Pigmente fertig, in 25-Kilo-Säcken, in der Farbfabrik, chemisch rein, lichtecht. Dann kommen in einen Baueimer 5 Liter Leinöl hinein und dann, sagen wir, 2 Liter Standöl - das ist eingedicktes Leinöl, das ist wie Honig. Und dann geb' ich auch Eier dazu. Die Eier haben den Vorteil, daß die Farbe kürzer wird, buttriger. Ich nehme das ganze Ei, zum Beispiel 10 Eier in einen Eimer. Wenn man die Farben so pastos macht und lange rührt, dann werden sie irgendwie zäh. Da muß man die Eier dazugeben.

 

Das ist ein bissl die Temperatechnik. Das ist eine ideale Kombination. Das hat mir der Akademie-Professor Gustav Hessing gesagt.

 

Meine Keilrahmen werden vom Tischler gezimmert, 35 x 70 mm starke Leisten mit Schlitz und Zapfen, je nach Größe nur mit einer Strebe oder mit einem Kreuz.

 

Als Malgrund verwende ich starken Hanfsegel, darauf kommt eine zweifache Grundierung mit weißer Dispersion.

 

Meine Palette habe ich wegen ihres großen Gewichtes auf einen Autoanhänger geschweißt, sie ist ca. 80 x 120 cm groß. So kann ich sie auf dem Motiv leicht bewegen.

 

Auch meine Staffeleien sind aus Rundhölzern speziell für meine großflächigen Bilder angefertigt, ich muß sie mit starken Streben gut im Boden verankern, damit nicht der erste Windstoß Bild und Staffelei umreißt.

 

Für meine Tanzblätter verwende ich Fabriano Blätter 100/70 cm, 210 Gramm. Die farbigen Tuschen kaufe ich in ¼ Liter-Flaschen und schütte sie in Plastikschüsseln. Ich brauche 3 Gelb, 3 Rot, 3 Blau, 2 Grün, Weiß und Schwarz. Ich male die Tuschblätter mit dicken langhaarigen Japanpinseln.

Tanzbild, Tusche auf Papier, 100 x 70, 2007

 

 

Tanzbild, Tusche auf Papier, 100 x 70, 2007