GALERIE ŠIKORONJA

ROSEGG

Ernst Logar

geboren 1965 in Klagenfurt, lebt in Wien

2006-2007 Kultur und Organsation - Institut für Kulturkonzepte, Universität Wien

 

1999-2004 Studium am Institut für Medienkunst - "Medienübergreifende Kunst" bei Brigitte Kowanz an der Universität für angewandte Kunst Wien

 

1997-1999 Studium "Experimentelle Visuelle Gestaltung" bei Herbert Lachmayer an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz

 

1993-1994 Schule für künstlerische Fotografie - Friedl Kubelka in Wien

 

1992-1994 Fotokollege an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien

Hong Kong Central, 1996, Gelatin silver print 90 x 110 cm

 

 

Ernst Logars Fotoserie "Hong Kong Projekt" entstand in den Jahren 1996 und 1997. Hauptmerkmale dieser Metropole sind deren architektonische Dichte und hohe urbane Geschwindigkeit. Letztere ist das Thema dieser Arbeit, von Logar auf besondere Art künstlerisch behandelt.

 

Logar versucht diese Geschwindigkeit auszublenden, sich ihr quasi entgegen zu stellen und zu widersetzen. Als Strategie macht er sich die Eigenschaften und die Ästhetik der Lochkamera zu nutze, um sich dem urbanen Fluss bildlich als auch körperlich zu entziehen. Die langen Belichtungszeiten dieses fotografischen Apparats zwingen zum längeren Verweilen inmitten des Menschen- und Verkehrsstroms der Stadt (zwischen 30 Minuten und zwei Stunden). In den Bildern kommt es zu einem urbanen Stillstand, jede Bewegung wird ausgeblendet, nur das Unbewegliche, Statische rückt in den ästhetischen Mittelpunkt. Hong Kong erstarrt in eine gewisse Verlassenheit, fast eine Art Unheimlichkeit, und manchmal taucht das Bewegte noch in Form einer nebelartigen Erscheinung hervor.

 

Die Fotoserie handelt meist vom Verweilen an zentralen Orten der Stadt. Das Innehalten des Künstlers wird zu etwas Suspektem. Sicherheitsdienste werden aktiv, um dieses andere Verhalten zu überprüfen und gegebenenfalls zu unterbinden. So ist diese Fotoarbeit auch der Ausgangspunkt von Logars

langjähriger Arbeit "Non Public Spaces", einer Art investigativer Fotografie, eine künstlerische Praxis, die sich ein Bild von Schaltstellen der Macht und der sozialen Ordnung machen will.

 

Im Herbst 2009 realisiert Ernst Logar den zweiten Teil des Hong Kong Projektes.